Praxis Dr. med. W. Traub
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  In der Fortbildungsreihe "Schwere psychiatrische Erkrankungen und Suchtmittelmissbrauch" fand 2009 in der Reha-Klinik Serrahn im Rahmen des Beratungsstellentages ein Vortrag zum Thema "Double Depression und Suchterkrankung" statt. Darin wird auf eine besondere Form der Behandlung chronisch depressiver Patienten hingewiesen: „Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy” (CBASP). James P. McCullough, Jr., Professor für Psychologie und Psychiatrie entwickelte dieses Verfahren, das 1996 in einer großen randomisierten Untersuchung an 681 chronisch-depressiven ambulanten Patienten überprüft wurde (Keller, McCullough, Klein et al. 2000). Das CBASP setzt direkt an der spezifischen Psychopathologie chronisch Depressiver an, die u.a. durch eine Entkoppelung der Wahrnehmung des Betroffenen von seiner Umwelt gekennzeichnet ist. Als Ziele werden 1) das Erkennen der Konsequenzen des eigenen Verhaltens, 2) der Erwerb von Empathie, 3) das Erlernen von sozialen Problemlöse-Fertigkeiten und Bewältigungsstrategien definiert. Hier hat tatsächlich im Gegensatz zur bisherigen Psychotherapie ein deutlicher Wandel stattgefunden: Der Patient wird darauf aufmerksam, dass das, was er meistens als Ursache seiner Beschwerden ansieht, nämlich das Unverständnis der Umwelt für ihn, in Wahrheit das ist, was er am meisten lernen muss: Verständnis für seine Umgebung. Dies ist eine Erkenntnis, die erstmals in der wissenschaftlichen psychotherapeutischen Literatur so festgestellt wird und sich damit wohltuend von der bisherigen Ideologie des "Verwirkliche Dich selbst, dann wird es Dir besser gehen!" abhebt. Das Buch gibt hierfür gute praktische Anweisungen und Hinweise, die sich praktisch umsetzen lassen.
(Links finden Sie die gebundene  Ausgabe des Buches).
  Links finden Sie die broschierte Ausgabe des Buches, die finanziell günstiger ist.

Negativ zu bewerten ist die überstrapazierte Analyse der früheren Beziehungen des Patienten. Wer nicht aufpasst, verbringt 20 und mehr Sitzungen damit, die kindlichen und jugendlichen Beziehungen des Patienten zu analysieren - das ist nicht zielführend und widerspricht eigentlich dem eher in die Zukunft gerichteten Ansatz von CBASP.

Insgesamt ist das Buch allerdings für psychotherapeutisch Tätige sehr empfehlenswert.


 

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